Nachhaltiges Palmöl

Projekt und Hintergrund

 

Das F&E-Projekt Konsumentenorientierte Ansätze einer nachhaltigen Bereitstellung von Palmöl“ wird in den nächsten drei Jahren Handlungsoptionen und Anknüpfungspunkte erarbeitet für Maßnahmen, die eine Reduktion der Nachfrage bewirken, nachhaltige Alternativen nutzen oder die nachhaltigere Bereitstellung von Palmöl entlang dessen Lieferketten wirksam ermöglichen können. Dieses transdisziplinäre Projekt hat den Fokus auf Deutschland, wird aber in Kooperation mit anderen laufenden Vorhaben der Projektpartner auch europäische und internationale Akteure einbeziehen.

Palmöl-Plantagen bedecken weltweit über 18 Millionen Hektar (ha) und decken damit 35 % des global wachsenden Bedarfs an Pflanzenölen. Die Ölpalme ist somit der wichtigste Lieferant von Pflanzenöl und gleichzeitig Lebensgrundlage für Millionen von Kleinbauern und Arbeitern. Palmöl ist eine flächeneffiziente Pflanze mit Potenzial für biodiversitäts- und Bodenkohlenstoff-orientierten Anbau.

Allerdings ist der Anbau von Palmöl – neben z.B. Soja - derzeit in Teilen der Welt einer der Haupttreiber für Entwaldung, Landkonflikte und Treibhausgasemissionen. Mit der Amsterdam Declaration zur nachhaltigen Trans­for­ma­tion der Palmöllieferketten verpflichteten sich 6 europäische Länder im Jahr 2015 dazu, die Erhöhung der Nachfrage nach nach­haltigem Palmöl, sowie die (Weiter-) Entwicklung von Nachhaltigkeits­standards zu fokussieren. Für die Nachhaltigkeit von konsumentenorientierten Ansätzen einer Bereitstellung von Palmöl ist es daher - vor allem mit Bezug auf die fortschreitende Bioökonomie - entscheidend, sektorübergreifende Instrumente, Handlungsoptionen und Maßnahmen zu entwickeln.

Was wir tun

Neben einer generellen Beschreibung wesentlicher Treiber und Treibergrößen der problematischen Entwick­lungen bei Palmöl werden Maßnahmen hinsichtlich einer nachhaltigeren Weiterentwicklung der Bereit­stellungs- und Nutzungsketten von Palmöl im Spannungsfeld ökonomischer Opportunitäten, politischer Regulationsmöglichkeiten und sonstiger Handlungsoptionen skizziert.

Darauf aufbauend werden Ansätze und Initiativen identifiziert, die problemgerecht, transparent und flexibel agieren, um identifizierten Nachhaltigkeitsmängeln angebots- und nachfrageseitig wirksam begegnen zu können. Diese werden in mehreren Akteursdialogen kritisch hinterfragt sowie auf Weiterentwicklungs- und Umsetzungspotenziale hin untersucht. Parallel dazu wird die Frage geklärt, welches nachhaltiges Palmöl­angebot der potenziellen Nachfrageentwicklung gegenübersteht.

Abschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse beispielhaft für die öffentliche Beschaffung angewandt: Es werden Gestaltungsmöglichkeiten einer nationalen Beschaffungsregelung für die öffentliche Beschaf­fungs­praxis von palmölhaltigen Produkten mit dem Ziel der Verbrauchsreduktion bzw. der Prüfung von Alternativprodukten untersucht. Ziel ist es, einen Kriterienkatalog für nationale Beschaffungsregeln zu ausgewählten palmölhaltigen Produkten bzw. Produktgruppen unter Berücksichtigung der Erwartungen der involvierten Akteure zu erstellen.

Ergebnisse

Die Arbeiten zum "Stand" der Diskussion um nachhaltiges Palmöl sind in einem Arbeitspapier verfügbar.

Die Ergebnisse zur Wirkungsanalyse der Nachhaltigkeitszertifizierung von (nicht nur) Palmöl sind in einem Arbeitspapier verfügbar.

Projektteam & Ansprechpartner*innen

IINAS (Projektleitung): Ulrike Eppler

Deutsche Umwelthilfe (DUH): Karoline Kickler & Peer Cyriacks

World Wide Fund For Nature Deutschland (WWF): Ilka Petersen

Fachbegleitung Umweltbundesamt: Jan Seven

Projektinfo zum download