Ressourceneffizienz

Ta panta rhei (alles fließt) ist nicht nur ein klassisches Zitat, das auf den griechischen Philosophen Heraklit zurückgeht, sondern eine fundamentale Sicht auf moderne Wirtschaften mit ihren vielfältigen Transformationen von Energie, Ressourcen und Stoffen in Produkte entlang globalisierter Handelsketten, und aktuellen Konzepten wie Lebenszyklus- und Stoffstromanalysen.

1972 veröffentlichten Meadows u.a. „Die Grenzen des Wachstums - ein Bericht an den Club of Rome“, was Debatten zur künftigen Ressourcennutzung anregte und den Szenario-Ansatz breiter bekannt machte: Was wären die Folgen, wenn in Zukunft Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszunahme einen bestimmte Entwicklung nähmen? Gibt es physische Grenzen des Wachstums?
Im 21. Jahrhundert ist Ressourceneffizienz ein Schlüsselproblem, das mit dem Konzept „grünen Wachstums“ verbunden ist, aber ohne Verknüpfung mit der aktuellen Diskussion um planetare Grenzen.
In Anbetracht der globalen Dynamik zu Bevölkerung, Wirtschaftsproduktion und materiellem "Reichtum“ werden - bei moderaten Annahmen zu technischem Fortschritt und Recycling - abiotische Stoffströme in den nächsten Jahrzehnten hoch bleiben oder zunehmen, d. h. die zukünftige Dynamik der Ressourcennutzung unter der „Weiter-wie-bisher“-Logik gibt erheblichen Grund zur Sorge. Massive Erhöhungen der Ressourceneffizienz wären erforderlich, um diese Tendenzen zu verlangsamen oder umzukehren. Dies ist technisch möglich, die Potenziale zur effizienteren Ressourcennutzung sind hoch und Instrumente zur Ressourceneffizienz werden weltweit entwickelt (siehe Projekt ENTIRE).
Jedoch muss eine nachhaltige Ressourcennutzung nicht nur Optionen auf der Angebotsseite betreffen, sondern auch Konsummuster.

Eingedenk der engen Beziehung zwischen Einkommen und Konsum, zwischen Lebensweisen und Definitionen von "Wohlstand" kann es möglicherweise andere Grenzen des Wachstums und andere Lösungen geben als biophysikalische:

Jenseits der Energie- und Stoffströme gilt es, den ganzen Bereich der sozialen und gesellschaftlichen Wirklichkeit zu berücksichtigen, mit eigenen Krisen, aber auch eigenen Möglichkeiten.

In dieser Hinsicht arbeitet IINAS an Konzepten, die über das gegenwärtige Verstehen der „industriellen Ökologie“ hinausgehen, um den gesellschaftlichen Stoffwechsel besser zu reflektieren und auch die menschliche „Seite“ der Nachhaltigkeit zu umfassen und damit die Freiheit, die psychologische, kulturelle und soziale Basis von Gesellschaften neu zu definieren und ggf. zu revolutionieren.